23H-06 Mit Angelika und Bernd nach Zypern: 1. die Überfahrt
14. Oktober 2023, Sonnabend Morgen wollen wir uns mit Angelika und Bernd in der Hafenstadt Tasucu treffen und gemeinsam mit der Fähre nach Zypern übersetzen.
Wir fahren bis in eine Bucht nahe der antiken Stadt Ayas bei Erdemli.
Vor fünf Jahren waren wir schonmal hier auf dem verlassenen Campingplatz.
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| Toller Meerblick |
Eine wunderschöne Bucht mit einem wunderschönen Strand, aber auch einer vierspurigen Straße unmittelbar neben dem Platz mit entsprechendem Verkehr. Hier in der Türkei gibt es kein Wochenendfahrverbot. Die 40-Tonner-Diesel fuhren die ganze Nacht durch. Kein guter Platz zum Übernachten.
15. Oktober 2023, Sonntag
Wir freuen uns auf Angelika und Bernd, die wir in Tasucu treffen werden.
Vorher noch hoch in die antike Stadt Ayas. Einiges ist ausgegraben, anderes ist durch die Jahrhunderte zerstört und die Särge der Totenstadt werden anderweitig genutzt.
Die Griechen und später die Römer müssen hier eine große Stadt gehabt haben.
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| Antikes Ayas |
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| Vor dem Amphitheater |
Jetzt zerschneidet die vierspurige Uferstraße das antike Ayas. Schade, aber man kann sicher nicht alles erhalten und ausgraben.
Dank Internet und WhatsApp verständigen wir uns mit Angelika und Bernd und treffen uns am Nachmittag in der Stadt am Fährbüro.
Für heute sind alle beiden Fähren ausgebucht. Ob wir es wollen oder nicht, wir können erst am Montag nach Nordzypern übersetzen.
Das Buchen der Tickets dauert seine Zeit. Irgendwann haben wir es geschafft.
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| Unser Fährbüro "Filo". |
Etwas außerhalb von Tasucu übernachten wir gemeinsam am Strand.
16. Oktober 2023, Montag
Baden im Mittelmeer, der Strand hat sich für unsere Begriffe gut gefüllt.
Nach 14 Uhr zum PTT, das ist die türkische Post. Bei der hat man auch die Autobahngebühren zu bezahlen. Seit einigen Tagen nervt mich meine Handy-Dame Klara mit Meldungen, dass wir die Autobahngebühr bezahlen sollen. Wenn nicht, dann droht eine Strafgebühr ab 19. des Monats und einen Monat später eine vierfache Strafgebühr.
Also zur türkischen Post. Fragen, wieviel ist nachzuzahlen? Hier wird´s eigenartig. Das können wir nicht sagen, das kann nur das Finanzamt oder der Autobahnbetreiber „HGS“. Aber ich muss doch wissen, wie hoch meine aktuellen Schulden sind. Das können wir ihnen nicht sagen. Ein Mann vom PTT tut so, als ob sich irgendwie kümmert und erzählt mir was von 300 TL.
Jetzt kommts, diese Maut ist bar zu zahlen. Kreditkarte geht nicht, vor dem Postamt ist ein Geldautomat der Postbank an dem ich Geld abheben kann. Anschließend soll ich dieses Geld dann bei PTT, also der türkischen Post, einzahlen. Die Gebühren betragen 8%!
Ich glaube, das ist ein Merkmal von Diktaturen: Intransparenz!
Ich nehme mitgebrachte Euro und wechsle die auf einer Bank in türkische Lira zum aktuellen Tageskurs und spare auf diese Weise rund 8% imaginäre Gebühren. Verstehen muss man das nicht.
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| In Tasucu |
Anschließend zum Fährbüro und die Tickets abholen. Den Nachmittag in die quirlige Hafenstadt und mit Bummeln und Kaffee trinken verbringen. Fährstädte haben immer ein besonderes Flair. Uns gefällts.
Ab 20 Uhr öffnet der Hafen, wir sind etwas später da. Einchecken und warten auf die Fähre.
Irgendwann gegen 23:30 Uhr kommt die Fähre aus Girne in Nordzypern.
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| Warten auf den Einlass in den Hafen. |
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| Unsere Fähre ist angekommen. |
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| Warten auf die Einweisung zum Rauffahren auf die Fähre. |
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| 40-Tonner fahren rückwärts in den Bauch der Fähre. Wir fahren von der linken Seite aus die Rampe hoch und kommen an der Palme, unterhalb des Lichtkegels an Bord. |
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| An der linken Seite ist unsere Auffahrt. |
Was jetzt passiert haben wir bei allen bisherigen Fährüberfahrten noch nicht erlebt. Aus zwei Öffnungen der Fähre kommen Menschen und Fahrzeuge raus. Auf dem Platz vor der Fähre fahren Fahrzeuge von rechts nach links und umgekehrt, diese haben nichts mit der Entladung der Fähre zu tun, sie müssen sich nur irgendwie einfädeln. Ein scheinbares Chaos, aber es funktioniert.
Dann sind wohl alle Personen und Fahrzeuge von der Fähre runter.
Jetzt beginnt dieses Spiel andersherum. Menschen eilen mit Gepäckwagen auf die Fähre und verstauen an Seitennischen ihre Gepäckstücke, anschließend kommen diese Personen zurück. Gleichzeitig fahren 40-Tonner-Diesel rückwärts in den Bauch der Fähre.
Am Seitenaufgang dürfen jetzt die Fußgänger rein, etwas später auch die PKW und zwischendurch auch große LKW, ganz zum Schluss auch wir mit unseren Wohnmobilen.
Zwischendurch kommen quer fahrende LKW vorbei. Es hat wieder den Anschein eines organisierten Chaos. Jeder passt auf sich auf und es geht alles ohne Personen- und Fahrzeugschaden von statten. Unfallfrei, ohne sichtbare Regeln ist manchmal auch eine Lösung.
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| Wir sind eingeparkt. |
Unser Wohnmobil wird neben zwei lauten Motoren, die die ganze Nacht an sind, eingeparkt. Was diese Motoren da oben zu suchen haben entschließt sich uns allen nicht. Wir haben eine sehr, sehr laute Nacht in unseren Wohnmobilen.
Geschätzt gegen 2 Uhr morgens legen wir ab.
Petra schafft es drei Stunden zu schlafen. Ich habe mehr Glück und wache bei Sonnenschein auf.
Jetzt bei Lichte besehen stellen wir fest, so muss ein Seelenverkäufer aussehen. Oh Gott, wir haben unsere Rückfahrt auch bei dieser Gesellschaft gebucht!
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| Bei Lichte besehen. |
17. Oktober 2023, Dienstag
Gegen 10 Uhr sind wir auf Zypern in Girne, dem Seehafen von Nordzypern. Zypern, die seit 1974 geteilte Insel wollten wir schon immer besuchen. Nun sind wir hier.
Die Ankunft ist problemlos. Runter von der Fähre, Auto abstellen zu den einzelnen Schaltern im Hafen gehen, sich registrieren lassen, alle möglichen Pässe zeigen und dann nach einer gewissen Zeit ist man draußen.
Bei Angelika und Bernd war es nicht ganz so einfach. Sie passten nicht in das allgemeine nordzypriotische Schema. Die Eignerin des Autos ist nicht gleichzeitig die Fahrerin. Was fehlt ist die notarielle Bestätigung, dass ihr Ehemann das Auto während der Zeit in Nordzypern fahren darf. Diskussionen helfen nicht. Taxi zum Notar, der weiß für solche Fälle Bescheid, Geld zahlen, zurückfahren und dann geht es seinen normalen nordzypriotischen Gang.
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| Wir sind auf Zypern. |
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| Girne, türkische Seite. |
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| Unsere Fähre im Hafen Girne. |
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| Passkontrolle |
In der Zwischenzeit haben wir neue Telefonkarten gekauft.
Jetzt gemeinsam irgendwohin an den Strand. Die Sonne knallt, es sind zwar nur 26°C, aber die Sonnenstrahlung auf die Haut tut uns weh.
Zum Abkühlen ins angenehm warme Wasser rund 15km von Girne entfernt in Agios Amvrosios.
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| Unsere Parkplatzgaststätte. |
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| Sehr schöner Strand. |
Mit Zypern haben wir uns ein Land mit einer komplexen Geschichte ausgesucht.
Über den Zypernkonflikt steht unter der folgenden Adresse folgendes:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zypernkonflikt
Der Zypernkonflikt (auch Zypernfrage genannt) besteht zwischen griechisch-zyprisch und türkisch-zyprischbeherrschten Gebieten auf Zypern. In seinem Verlauf wurde im Sommer 1974 der Norden der Insel (und damit ein Drittel des Staatsgebietes der Republik Zypern) von türkischen Streitkräften besetzt, nachdem griechische Putschisten den Anschluss Zyperns an Griechenland durchsetzen wollten. Im türkisch besetzten Norden wurde im November 1983 die – international nicht anerkannte – Türkische Republik Nordzypern proklamiert, die heute ein stabilisiertes De-facto-Regime bildet.
Obgleich eine politische Lösung bislang gescheitert ist, ist heute nach Jahren der Trennung dennoch eine Phase guter wirtschaftlicher und sozialer Kontakte entstanden.
Für weitere Details den Link oben benutzen. Es ist irre interessant wer hier Interessen anmeldet.
Nach dem, was wir bisher von Reisenden gelesen haben, soll es für uns problemlos möglich sein, von Nord nach Süd und umgekehrt zu kommen.
Hier neben der Gaststätte stehen wir gut auf dem Parkplatz am Meer.
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