23H-02 Von Passau über Östereich, Slowenien, Kroatien bis nach Serbien und wieder an die Donau und von dort ans Schwarze Meer

 23H-02 Von Passau über Östereich, Slowenien, Kroatien bis nach Serbien und wieder an die Donau und von dort ans Schwarze Meer



19. September 2023, Dienstag

Das Rad ist repariert, jetzt geht es von Passau nach Vordernberg irgendwo in den österreichischen Bergen.  

 

20.September 2023, Mittwoch

Fahrtag von Vordernberg bis an einen Stellplatz bei Ptuij in Slowenien, an einem Stausee.

Im Laufe des Jahres ist die Autobahngebühr in Slowenien auf 32€ angehoben worden. Das lohnt sich für die kurze Strecke bis zur kroatischen Grenze nicht. Wir fahren auf mautfreien Strecken bis in die Nähe von Ptuij an einen Stausee.


Stellplatz bei Ptuij


Am Stausee

Uns, also mir geht's gut.

21.September 2023, Donnerstag

Auch heute müssen wir wieder Strecke machen. Mautfrei rüber nach Kroatien, dann auf die Autobahn bis nach Belgrad auf einen Stellplatz, auf dem wir schon mal waren. 

Maut bei Zagreb: 4,50

Maut bis zur serbischen Grenze: 25,60€

Maut vor Belgrad: 730 Dinar = 6,30€

Um große Städte sind die Autobahnen in der Regel mautfrei, damit der Verkehr aus den Städten herausgehalten wird. 

22. September 2023, Freitag

Unser heutiges Ziel ist der Silbersee, ein abgetrennter Donauarm an der Grenze zu Rumänien. Ein kleiner Stellplatz hinter dem Deich erwartet uns und zusätzlich für jeden ein Glas schmackhafter Raki.

Die Autobahn um Belgrad ist fertig. Wir müssen nicht mehr wie früher durch die staugeplagte vierspurige Innenstadt-Autobahn fahren. Maut 320 Dinar = 2,73€. 

 




Die Donau Kalinovac, geradeaus nach Budapest und Wien, nach rechts ins Delta zur Fischsuppe.
Am Silbersee, ein stillgelegter ehemaliger Donauarm.


23. September 2023, Sonnabend

Vom Silbersee in Serbien nach Belgogradtschik in Bulgarien

Wir kommen wie immer so gegen 10 Uhr los und nehmen die Uferstraße, immer an der Donau entlang. Hier beginnt das eiserne Tor, der Durchbruch der Donau durch das felsige Gebirge. Links die Donau, ganz links Rumänien, rechts meist hoch aufragende Felsen in die unsere Straße hineingehauen wurde. Zwischendurch haben quer einfließende Bäche und Flüsse kleinere ebene Flächen herausgespült in welchen kleine Dörfer Platz gefunden haben.


Am Eisernen Tor auf der serbischen Seite entlang.


Vor einer langen Flussschleife biegen wir südlich in Richtung Belgogradtschik ab. Irgendwo taucht ein Grenzübergang auf. Kurze Kontrolle der Papiere und wir sind im EU-Land Bulgarien. Hier sind wir am äußersten nordwestlichen Ende von Bulgarien.
  Die Straßen sind zu fahren allerdings langsam und mit welligen Einlagen. In den Dörfern sind viele Häuser verlassen worden und von Zigeunern übernommen worden. Zum Teil verfallen, heruntergekommen und recht ärmlich. Hier muss eine große Abwanderung stattgefunden haben. Schade, die Gegend ist schön, aber abgelegen.

Belgogradtschik liegt malerisch in einem felsigen Gebiet und wird von vielen bulgarischen Touristen besucht. 

Wir übernachten auf dem Campingplatz und gehen am frühen Abend rund 1,3 km in die Stadt. Hier ist schön was los, Wochenende, ein Ballon-Festival sorgt für Aufmerksamkeit. Irgendwo dort, wo der Ballon hoch- und runtergelassen wird, spielt eine Band, schöne Stimmung. Wir suchen und finden eine Gaststätte, in der Kartenzahlung akzeptiert wird. Abendessen, dann über die dunkle Straße zurück zum Campingplatz. 

Camp bei Belgogradtschik

Belgogradtschik, Startplatz für Heißluftballons.





Belogradtschik [ˌbɛɫoɡrɐˈtʃik] (bulgarisch Белоградчик, Schreibweise bis 1945 Бѣлоградчѝкъ) ist eine kleine Stadt im nordwestlichen Bulgarien. Der Name der Stadt leitet sich von belo, „weiß“, und grad, „Burg“ (heute überwiegt die Bedeutung „Stadt“) ab. Der Name bedeutet so viel wie „Weiße Burg“ und spielt auf das Aussehen der Festung an. Die Stadt liegt ca. 180 km nordwestlich von Sofia, 70 km nordwestlich von Montana und etwa 50 km südwestlich von Widin. Der nächste Bahnanschluss befindet sich im zwölf Kilometer nordöstlich gelegenen Oreschez.

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 520 Metern zwischen den beiden zum Balkangebirge gehörigen Höhenzügen Veneza und Vedernik. In der Umgebung der Stadt befindet sich ein etwa zehn Kilometer langes und zwei Kilometer breites Felsgebiet mit über 200 kleineren Felstürmen aus rotem Konglomeratgestein.

Bereits im 1. Jahrhundert bauten die Römer hier eine Festung in die Felsen. Diese wurde mehrfach von den Byzantinern, Bulgaren und Türken zerstört und wieder aufgebaut. Die Stadt zu Füßen der Festung wird erstmals 1454 urkundlich erwähnt. Die heutige Festung wurde während der türkischen Herrschaft im Jahr 1850 unter Sultan Abdülmecit I. fertiggestellt. Die Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung führte im selben Jahr zu einem Bauernaufstand, welcher aber niedergeschlagen wurde.

24. September 2023, Sonntag

Nach dem Frühstück zur Festung. Auf einem wirklich schrägen Parkplatz finden wir einen Platz, um unser WoMo abzustellen. 



Eintrittskarten kaufen und rein ins Festungsgelände. Viele Leute haben die gleiche Idee wie wir. Die Festung erstreckt sich über drei Ebenen. Die untere Ebene ist nur umgeben von einer Verteidigungsmauer. Die beiden anderen Ebenen nutzen das Gelände aus und brauchen keine durchgehenden Mauern. Gebäude, so gut wie keine. Aber, der Blick von hier oben ist unglaublich.










Gegen Mittag haben wir genug gesehen. Weiterfahrt nach Kozloduy an der Donau.

Hier ist 1876 Botev mit 205 Getreuen von Bord des Dampfschiffes Radetzky gegangen, um Bulgarien vom Osmanischen Joch zu befreien. Der Aufstand scheiterte schnell, aber die war das Fanal für die Bulgaren sich in der Folge zu befreien und gilt als Wiedergeburt der bulgarischen Nation. 

Am Museumsdampfer übernachten wir.


 

25. September 2023, Montag 

Bulgarien und Rumänien sind über drei Brücken, die weit auseinander stehen miteinander verbunden. Eine in der Nähe der serbischen Grenze, eine in der Mitte bei der Stadt Ruse und die dritte an einem Donauknick relativ nahe des Schwarzen Meeres. Uns interessiert, wie ist das Land hier am Rande entwickelt? Wir mögen uns irren, haben aber den Eindruck hier ist es weit weg vom Zentrum und andere Gebiete sind für Bulgarien schon immer wichtiger gewesen. 

Ein Ort an der Donau heißt Baikal. Da müssen wir hin. Waren wir doch 2018 mit unserem Wohnmobil am Baikalsee im Fernen Osten. Ein Dorf an der Donau, einige Boote zum Fischen, ein Restaurant mit Namen „Baikal“, ein halbfertiges Weingut mir einer Anlegestelle für Schiffe, ob diese genutzt wird, unbekannt. Trotzdem für uns von Interesse. 











Von hier aus weiter nach Pleven. Pleven hat wohl eine große Rolle in der Konstituierung der bulgarischen Nation gespielt. Unser Übernachtungsplatz wird ein Bezahl-Parkplatz mitten in der Stadt. Abendlicher Stadtbummel mit Sushi-Essen rundet den Tag ab. Pleven gefällt uns.

In Pleven


26. September 2023, Dienstag bis 29.September, Freitag 

Bis zum Schwarzen Meer ist es heute bequem zu schaffen. In Varna gibt es einen Stellplatz mit allem, was wir zum Schreiben des Blogs brauchen. WLAN, Strom, natürlich Dusche, Strom auch. Die Anfahrt soll ein bisschen schwierig sein.

Wir finden den Platz bei Nikolei. Die Anfahrt ist schwierig, aber wir schaffen das gut. Unser Problem ist das Ausrichten des Wohnmobils. Zum Schlafen sollte es schon einigermaßen gerade sein. Trotz unserer Keile und Holzstücken von Nikolei gelingt es uns nicht die Unebenheiten auszugleichen. Schade, die Aussicht von hier oben aus auf´s Schwarze Meer ist richtig schön. Schweren Herzens fahren wir nach langer Zeit des Probierens wieder weg. Rund 60 km weiter ist vorne an der Uferlinie ein Campingplatz in Shkorpilovtsi mit gutem WLAN.  Noch im Hellen kommen wir hier an und verbringen die Zeit hier bis zum 29. September.

                                                    Am Strand bei Shkorpilovtsi


Auf dem Campingplatz in Shkorpilovtsi

Am Mittwoch nehmen wir die Räder raus und wollen die Gegend erkunden. Nach 500 m ist Schluss. Petras Rad, welches gerade in Passau einen neuen Schlauch vom Experten bekommen hatte, ist nicht mehr fahrbar. Der Mantel ist aus der Felge gesprungen und blockiert das Rad. Beide Räder binden wir kunstvoll zusammen und rollen dieses Kunstwerk gemeinsam nach Hause.


Die See ist aufgewühlt, es ist bis Donnerstagmittag windig, die Sonne scheint, es ist angenehm. Hier ist bis auf den offenen Campingplatz die Saison vorbei. Alles, was am Meer liegt, ist geschlossen. Der etwa 1km entfernte Ort hat mindestens eine geöffnete Gaststätte und mindestens einen geöffneten Supermarkt.  

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