23H-05 Nach Kaisery zur Fahrradreparatur und nach Taurus zum Apostel Paulus
23H-05 Nach Kaisery zur Fahrradreparatur und nach Taurus zum Apostel Paulus
10. Oktober 2023, Dienstag
Petras Schwager Ralf und ihre Schwester Christine haben von 1986 an, ein Mercedeswerk in Aczaray, mit aufgebaut. Ralf als Ingenieur und Christine als mitreisende Ehefrau. An den Wochenenden sind sie mit ihrem mitgenommenen Wohnmobil viel durch diesen Teil der Türkei gereist und haben dabei den Camping Kaya entdeckt. Mit Yasha und dem gestern genannten Crazy-Ali hat sich eine Freundschaft entwickelt. Wir durften auf unseren Reisen daran teilhaben. Zwei sehr angenehme, interessierte, belesene Menschen mit eigenen tiefgründigen Gedanken. So ein bisschen Philosophen, mit denen man sehr bereichernde Gespräche führen kann/konnte.
Yasha ist inzwischen in Rente und pflegt zurzeit seine demente und bettlägerige Mutter in einem Ort in der Nähe von Kayseri. Wir besuchen ihn für einen Tee. So ein lieber Mensch!
Bewundernswert.
Wir hatten wieder sehr gute Gespräche miteinander.
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| Wir verlassen die Landschaft der Felsenwohnungen und der Feenkamine. |
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| Wir verstehen wieder nicht, warum man seinen mitgebrachten Müll nicht selbst entsorgen kann. |
Weiter nach Kayseri zu Decathlon. Der Sportdiscounter Decathlon hat überall eine kleine Werkstatt für die Produkte, die dort verkauft werden, dabei. Fahrräder gehören auch zum Sortiment. Wenn sie nicht helfen können, dann werden sie uns bestimmt zu einem Spezialisten vermitteln können.
Um 16 Uhr sind wir vor Ort. Der Monteur hat gerade Feierabend. Wir sollen morgen um 10 wieder kommen.
Heute werden wir als hier vor Ort übernachten. Unser Auto steht gut uns sicher neben einem Erholungspark. In die Stadt zum Ansehen und Essen. Selten so gut gegessen. Perfekt.
11. Oktober 2023, Mittwoch
Punkt 10 Uhr stehen wir im Decathlon. Wer nicht da ist, ist unser Monteur. Er kommt erst um 11 Uhr. Irgendwann ist er da. Nach gründlicher Begutachtung sagt er, dass er das reparieren kann, aber nicht garantieren kann, dass der neue Reifen nicht nach 20 Minuten wieder kaputt geht. Das wäre bei ihm ein Reifen für ein Kinderrad und nicht geeignet für ein 10-Zoll-Erwachsenerad. Er vermittelt uns zu einer Werkstatt. Dank Google Maps kommen wir problemlos zur Werkstatt. Der Inhaber hat nur einen schmaleren Reifen, der aber stabil ist. Gemeinsam wechseln wir den widerspenstigen Reifen, probieren alles aus und sind der Meinung, jetzt können wir wieder Rad fahren.
Jetzt wollen wir aus der Hochebene in über 1000m Höhe nach unten ans Meer. Schaffen wir den Ort Tarsus, 16 km vom Mittelmeer entfernt?
Über das Taurusgebirge fahren wir durch die schroffen Berge durch über die Lykische Pforte. Beeindruckend.
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| Taurus-Gebirge, Lyrische Pforte |
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| Kaiser Barbarossa hat es bis hier in der Nähe der Lyrische Pforte bei seinem letzten Kreuzzug geschafft. Dann war für ihn Schluss. |
Irgendwo in den Tiefen des Internets habe ich den folgenden Text gefunden:
Der Legende nach war es ein alter Sterndeuter, der Kaiser Friedrich I. „Barbarossa" warnte: Wenn er zum Kreuzzug ins Morgenland marschiere, werde der Monarch den Tod durch Ertrinken finden. Sicherheitshalber vermied Friedrich 1189 den Seeweg und zog zu Lande gen Osten. Seinem Schicksal konnte er dennoch nicht entrinnen.
Für die Christenheit war die Meldung ein Schock: 1187 hatte der ägyptische Sultan Saladin Jerusalem erobert. Die Heilige Stadt wieder in moslemischen Händen – das durfte nicht sein! Papst Clemens III. rief zum 3. Kreuzzug auf. Trotz seines vorgerückten Alters verpflichtete sich der Römisch-Deutsche Kaiser Friedrich I., genannt „Barbarossa“ (Rotbart), auf einem Hoftag zu Mainz im Mai 1188 zum Kriegszug in den Orient.
Friedrich hatte damals seine wichtigsten Gegner – die oberitalienischen Städte und Herzog Heinrich den Löwen – ausgeschaltet. Die politische Lage im Reich war ruhig, also sollte ein Kreuzzug den krönenden Abschluss von Barbarossas Lebenswerk bilden. Im Mai 1189 brach das Heer von Regensburg Richtung Osten auf. Zu seinen Führern zählten viele deutsche Hochadlige wie Markgraf Hermann von Baden und der Landgraf Ludwig III. von Thüringen. Nach einer Überwinterung im südlichen Bulgarien setzte das Kreuzfahrerheer Mitte März 1190 bei Gallipoli nach Kleinasien über.
Warum Friedrich den beschwerlichen Landweg nahm, ist nicht klar. Zur See hätten seine Truppen ihr Ziel mehrere Monate früher erreicht. In Kleinasien mussten sich die Männer hingegen über zahlreiche Bergkämme quälen, wo sie große Teile ihrer Ausrüstung verloren. Hinzu kam die feindselige Haltung der moslemischen Bevölkerung.
Die Schlacht bei Ikonion
Im Mai 1190 griff der Sarazenensultan Kylydsch Arslan die Kreuzfahrer bei Ikonion (heute Konya) an. Es kam zur Schlacht, bei der die Deutschen anfangs in Nachteil gerieten. Schon wandten sich einige zur Flucht, da griff der charismatische Kaiser persönlich ein. „Was zögert ihr, was jammert ihr, die ihr aus der Heimat gezogen seid, mit eurem Blut das Himmelreich zu erkaufen“, schrie er. „Christus befiehlt! Christus siegt!“ An der Spitze seiner Reiter schlug Barbarossa den Feind in die Flucht, der 3000 Mann verlor.
Der Sieg von Ikonion festigte zwar die Moral der Krieger, aber der Weg nach Osten gestaltete sich immer mühseliger. Krankheiten grassierten, mehrere Bischöfe starben an Erschöpfung, die festgelegte Marschordnung löste sich auf. Extreme Hitze nebst Wassermangel lähmten Ritter und Knechte. Manche „stiegen von ihren Rossen und krochen wie Tiere auf Händen und Füßen die Berghänge hinab“, heißt es in einem Bericht.
Das Schicksal des Barbarossa
Am 10. Juni 1190 kamen die Kreuzfahrer am Fluss Saleph im südlichen Anatolien bei der Stadt Seleukia an. Hier ereilte Friedrich I. sein prophezeites Schicksal: Vor den Augen des entsetzten Heeres ertrank er. Wie konnte das geschehen?
Eine Version berichtet davon, dass der Vormarsch über die schmale Saleph-Brücke nur sehr langsam vonstatten ging. Voller Ungeduld habe der Kaiser seinem Pferd die Sporen gegeben und sei durch den Fluss ans andere Ufer geritten. Dabei soll er von den wild strömenden Fluten erfasst und hinweg gerissen worden sein. Doch ist es plausibel, dass der fast 70-jährige Monarch sich wegen weniger Minuten Zeitgewinn einem so tödlichen Risiko aussetzte? Viel wahrscheinlicher scheint die zweite Version.
Demnach schlug Friedrich am Flussufer ein Lager auf und nahm sein Mittagsmahl ein. In der glühenden Junihitze verspürte er danach das Verlangen, sich abzukühlen. Der klare Bergfluss bot sich an. Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass schon 1500 Jahre zuvor ein bedeutender Herrscher hier Ähnliches getan hatte. Als Alexander der Große gegen die Perser zog, soll er der Überlieferung nach seinen erhitzten Körper in diesem damals „Kalykadnos“ genannten Fluss gebadet haben. Offenbar wollte Friedrich es dem Makedonen gleichtun. „Die dringenden Abmahnungen seines Gefolges waren vergeblich; Friedrich hörte nicht darauf, wusste er sich doch des Schwimmens kundig“, heißt es.
Die Sage über den Verbleib des Kaiser
In der Tat konnten die meisten Menschen des Mittelalters nicht schwimmen, aber seine ungewöhnliche Fertigkeit nutzte Friedrich wenig. Im Wasser sackte er zusammen, was darauf schließen lässt, dass er wegen des jähen Temperaturwechsels einen Herzschlag erlitt.
Wir haben es geschafft, allerdings erst im Dunklen. Hier auf dem Stellplatz sitzen die Leute bei angenehmen Temperaturen noch vor ihren Autos und genießen den lauen Abend.
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| Restaurants an den Wasserfällen neben dem Stellplatz. |
12. Oktober 2023, Donnerstag
Mit den Fahrrädern Tarsus erkunden.
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| Stellplatz in Taurus |
Tarsus ist eine Stadt, die in der Bibel vorkommt. Der Apostel Paulus stammt von hier und hat mit seinen Reisen die christliche Religion verbreitet. Den Brunnen an seinem Geburtshaus haben wir uns angesehen.
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| Brunnen beim Geburtshaus von Apostel Paulus. |
Die ägyptische Königin Kleopatra und der römische Kaiser Marc Aurel haben sich hier miteinander vergnügt und vielleicht auch miteinander verhandelt. Ein Stadttor/Stadtbogen erinnert an Kleopatra. Es ist mit 31°C unangenehm heiß.
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| Kleopatra-Tor in Tarsus |
Neben dem Stellplatz der Gemeinde Tarsus fließt der Fluss über Wasserfälle die letzten Höhenmeter ins 16 km entfernte Mittelmeer.
Bei diesen Temperaturen können wir nicht viel unternehmen.
Ich fahre nochmal mit dem Rad in die Stadt und sehe mir die gegen 1850 errichtete Pauluskirche an. Sie ist keine Kirche mehr, sondern lediglich ein Museum. Christliche Kirchen und Türkei sind ein anderes Thema.
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| Paulskirche in Tarsus |
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| In der Fußgängerzone |
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Zug mit dem Ataturk Tarsus besucht hat. |
Am Abend in der Gaststätte am Stellplatz gut gegessen.
13. Oktober 2023, Freitag
Ein weiterer Tag in Tarsus. Es ist wieder bis zu 31°C heiß. Wir bleiben auf dem Stellplatz und ich schreibe an unserem Blog weiter und veröffentliche einen Teil über das WLAN der Gaststätte am Wasserfall.






















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