23H-01 Neustrelitz – Lüneburg – Hamburg – Halle – Regensburg -Passau
13. September 2023, Donnerstag
Start um 11:15 Uhr ab Neustrelitz nach Scharnebeck bei Lüneburg am Elbe-Seitenkanal.
Beim Einpacken regnet es teilweise heftig. Der Regen verlässt uns bis zum Schiffshebewerk nicht, aber dann erwartet uns angenehmes Wetter zum Ansehen dieses imposanten Bauwerkes.
Bei Wikipedia lesen wir:
Geplant wurde der Kanal 1965 unter dem Namen Nord-Süd-Kanal.[3] Am 6. Mai 1968 erfolgte der Erste Spatenstich bei Artlenburg.[4]
Der Elbe-Seitenkanal wurde nach achtjähriger Bauzeit am 15. Juni 1976 durch den damaligen Bundesminister für Verkehr Kurt Gscheidle, den Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Hans-Ulrich Klose und den Ministerpräsidenten von Niedersachsen Ernst Albrecht eröffnet.
Hauptzweck des Kanalbaues war, eine Verbindung zwischen Elbe und Mittellandkanal innerhalb der Bundesrepublik Deutschland zu schaffen, denn die ursprüngliche Verbindung – das Wasserstraßenkreuz Magdeburg – lag während der deutschen Teilung in der DDR.
Der Bau wurde auch dazu genutzt, ein Hindernis für Panzertruppen in Ost-West-Richtung zu errichten. Die Kanalböschungen wurden als Sperre für Panzer aus Richtung Osten angelegt, aus Westen können die Böschungen in Richtung Osten in bestimmten Bereichen befahren werden. Die Brücken waren oder sind teilweise noch heute mit Sprengschächten ausgestattet, in den Unterführungen gab oder gibt es Panzersperren.
Wirtschaftlich profitieren konnten von dem Kanal besonders die damals bundeseigene Salzgitter AG und weitere Industrieunternehmen im Raum Hannover/Braunschweig. Für den Kanalbau, insbesondere zum Aufschütten der bis zu sechs Meter hohen Kanalböschungen, wurden große Mengen an Sand und Kies benötigt. Das Material wurde teilweise in Kanalnähe entnommen, wodurch Baggerseen entstanden, die vielfach zu Badeseen wurden, wie der Bernsteinsee in Sassenburg und der Tankumsee in Isenbüttel.
Seit der deutschen Wiedervereinigung wird der Kanal nicht nur als Abkürzung zwischen nördlicher Elbe und westlichem Mittellandkanal genutzt, sondern auch auf dem Weg zwischen nordwestlicher Elbe und östlichem Mittellandkanal, wenn die Elbe zwischen Schnackenburg und Magdeburg Niedrigwasser führt.
38m Höhenunterschied werden hier überwunden. Wir erleben die Durchfahrt eines Binnenschiffes. Nicht nur für mich als ehemaligem Physiklehrer ist eine solche „Schleusung“ ein Highlight.
Später lesen wir, dass neben dem Schiffshebewerk Europas größte Schleuse entstehen wird. Die derzeitige Kapazität ist für das erwartete Verkehrsaufkommen zu gering. Unglaublich beeindruckend!
14. September 2023, Freitag
Mit den Rädern etwas mehr als 10 km nach Lüneburg.
Wir sind wieder mal von Lüneburg begeistert. Sicherlich spielt das gute Wetter dabei eine Rolle. Die alte Handels-, Hanse- und Salzstadt hat ein mittelalterliches Flair, ist wunderbar saniert und einfach nur schön anzuschauen.
Am späten Nachmittag fahren wir nach Hamburg zum Übernachten in der Nähe von Stephan. Morgen werden wir seinen Geburtstag mit einer Radtour um und durch Hamburg feiern. Stephan kommt heute spät nach Hause.
15. September 2023, Sonnabend
Mit den Rädern holen wir Stephan ab und dann fahren wir bei bestem Wetter rund 50 km um und durch Hamburg. So viel Natur in der 1,9-Millionen-Stadt vermutet man nicht. Wir sind mal wieder begeistert.
Industriedenkmal Kaltenhofe bestehend aus 22 Wasser-filter-becken mit zugehörigen Pumphäusern. In diesen Filterbecken sickerte das Wasser durch Sand- und Kiesschichten, die Schmutz und Bakterien zurückhielten.
1848 ging die "Stadtwasserkunst" Rothenburgsort in Betrieb. Diese versorgten einen Teil der Hamburger Haushalte mit ungefiltertem Elbwasser als Trinkwasser. Ungereinigte Abwässer aus Stadt und Hafen verschmutzten die Elbe jedoch so stark, dass es kaum noch genießbar war und 1892 zur großen Choleraepidemie führte.Auf Kaltenhofe ging daher 1893 ein Filterwerk zur Reinigung des Elbwassers in Betrieb. Es galt als eines der größten und modernsten seiner Zeit.
1990 ging diese Wasseraufbereitungsanlage außer Betrieb. Nach der Stilllegung hat sich die Natur das gebiet zurückerobert und eine beeindruckende Artenvielfalt entwickelt. Die Stiftung Wasserkunst betreibt dieses Industriedenkmal.
Nach acht Stunden sind wir bei Stephan und lassen uns zum Abendbrot Sushi kommen. Unterwegs haben wir wunderbar in einem Restaurant in der HafenCity gegessen und am Wandsbeker Markt Kaffee getrunken. Hamburg hat eine tolle Lebensqualität!
16. September 2023, Sonntag
Von Hamburg nach Halle zum Nichten- und Neffentreffen. Abendessen in Halle Deutzsch mit Christin, Martin, Petra und mir. Schöne Runde, interessante Gespräche. Wir waren so miteinander beschäftigt, dass wir kein einziges Foto aufgenommen haben.
17. September 2023, Montag
Fahrtag von Halle nach Donaustauf bei Regensburg, Stellplatz Donaustauf.
18. September 2023, Dienstag
Wieder sind es vom Stellplatz bis in die Stadtmitte 10 km auf einem guten Radweg. Genau dafür haben wir unsere Räder mit!
Hinein in die Stadt. Von weitem grüßen uns die Türme des Regensburger Domes. Über die Steinerne Brücke kommen wir in die beinahe 2000 Jahre alte Innenstadt. Im Mittelalter zählte die Steinerne Brücke als achtes Weltwunder, sie war der einzige Donau-Übergang zwischen Ulm und Wien. Am Ende der Steinerne Brücke geht es durch das wunderschöne Stadttor in die historische Stadt.
Ein Gruß an Herrn Doktor! Muss man nicht verstehen. Das verstehen ungefähr zehn Leute.
Von 1663 bis 1806 tagten die Reichstände des Heiligen Römischen Reiches als immerwährender Reichstag im Alten Rathaus von Regensburg.
Auf www.regensburg-bayern.de finden wir:
Redewendungen aus Regensburg
Das Alte Rathaus ist der Geburtsort für bekannte Redewendungen, die angeblich auf den immerwährenden Reichstag zurückzuführen sind:
· Entscheidungen am grünen Tisch fällen.
Dieser Ausspruch erinnert an die realitätsfremden Entscheidungen, die die Kurfürsten an einen mit grünen Samt bedeckten Tisch fällten.
· Etwas auf die lange Bank schieben.
Diese Redewendung entstand, wenn nicht sofort eine Lösung erzielt werden konnte. Dann wurden die ungelösten Fälle auf den langen Bänken an den beiden Seiten des Reichtagssaals aufgereiht, bis sie zur neuerlichen Beratung wieder hervorgeholt wurden.
· Das Geld zum Fenster hinauswerfen.
Erinnert an die Gepflogenheiten des Kaisers. Immer, wenn er in Regensburg weilte, wurden Münzen vom Reichstagserker aus dem Fenster geworfen. Das huldigende Volk nahm dieses Geschenk dankbar an.
Wir bummeln mit unseren Rädern durch Regensburg und sind von dieser Stadt begeistert. Unglaublich viel historische Bauten, alle gut gepflegt. Eine quirlige, lebenswerte, äußerst interessante Stadt.
Irgendwann radeln wir zurück zum Stellplatz in Donaustauf. Einen ganzen hochinteressanten Urlaub könnte man hier verbringen. Trotzdem, wir wollen weiter.
Rund 200m vor dem Wohnmobil passiert es: plötzlich geht bei Petra´s Rad die Luft ab. Zu sehen ist äußerlich nichts. Aber hier muss jemand ran.
Es bietet sich irgendeine Werkstatt in Passau an. Wir entscheiden uns auf Grund des erwartbaren großen Parkplatzes für die bei Decathlon angeschlossene Werkstatt.
Das passiert morgen, heute noch bis zum Stellplatz in Passau über die Autobahn und dann morgen mit Ladenöffnung zu Decathlon.














































Kommentare
Kommentar veröffentlichen